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Psychoonkologie

Eine Krebsdiagnose kann jeden Menschen in jedem Alter treffen. Ursächlich wird sie als eine sog. multifaktorielle Erkrankung verstanden, die dann auftritt, wenn dispositionelle, lebensstilabhängige und andere – zum Beispiel altersbedingte – Risiken in unglücklicher Weise zusammentreffen und die körpereigenen Abwehr- und Reparaturmechanismen nicht mehr ausreichen, um ein gesundes Gleichgewicht im Körper zu gewährleisten.

Die psychische Verfassung ist bei allen Erkrankungen zwar nicht unwichtig, jedoch keinesfalls als ursächlich für die Entstehung der Krebskrankheit anzusehen. In der Zeit nach der Diagnose spielt sie allerdings eine erhebliche Rolle. Die Diagnose Krebs löst bei vielen Betroffenen den Wunsch aus, stressbeladene Lebensbereiche zu besprechen und zu einem insgesamt gesundheitsbewussteren Lebensstil zu gelangen.

Der Psychotherapeut sieht dabei sowohl die Angst des Patienten vor evtl. Fortschreiten der Erkrankung wie auch seine in der Krise erwachsenen Kräfte, sein Leben durchzusehen und möglicherweise neu zu ordnen.

Wenngleich das Primat der Krebsbehandlung bei der Medizin liegt, gilt eine begleitende Psychotherapie mittlerweile als eine von mehreren Optionen im Repertoire der unterstützenden Nachbehandlungsangebote aller Krankenkassen und Rentenversicherungsträger. Psychotherapie ist daher eine voll finanzierte Kassenleistung und kann wenige Stunden umfassen (zum Beispiel in Form einer sog. Krisenintervention) oder längerfristig bis zu 1-2 Jahre in Anspruch genommen werden. Wichtig ist, dass die Beziehung zwischen Patient und Behandler von beiden als stimmig erlebt wird.

Psychoonkologische Psychotherapie ist ausdrücklich keine Behandlungsform für psychisch Kranke, sondern eine coaching-ähnliche unterstützende Begleitung von Menschen in einer Krankheitskrise. Der Psychoonkologe versteht sich – auch wenn er Psychotherapeut ist – daher als Krisenhelfer.

Ganz nebenbei entwickeln sich Krebspatienten in einer solchen längeren Psychotherapie zu Experten, die beginnen, im Umgang mit der Erkrankung, den Behandlern und mit veränderten Beziehungen und Rollen im Alltagsleben Kompetenzen zu entwickeln. Einige suchen dann Kontakt zu Gleichbetroffenen in Selbsthilfegruppen oder sind in der Reha damit in Berührung gekommen und haben vom Austausch profitiert. Das kann, muss aber nicht der Fall sein.

Manche Patienten entdecken interessanterweise auch Gutes im Schlechten und können im Zustand nach der Krankheit Positives darin erkennen, dass die Krankheitserfahrung, die oft auch zu einer längeren Freistellung von schwerlastenden Aufgaben und Verpflichtungen führt, sie sensibler gemacht hat, Rollenerwartungen von außen mit kritischer Distanz zu begegnen und ihren eigenen Bedürfnissen näher zu kommen.

Deshalb ist Psychotherapie mit Krebserkrankten auch erfreulich, belebend und nicht selten eine Neuentdeckung der eigenen Person, ihrer Wünsche und Bestimmungen und eines stärker selbstbestimmten Lebens. Das können Kranke als sehr gesund empfinden und zwar unabhängig davon, wie lange dieses Leben nach der Krebserkrankung dauert.

Stand Juli 2019

Praxis für Psychotherapie Olpe
Schwerpunkt Psychoonkologie
57462 Olpe

Formalien:

  • Adressen von psychoonkologischen Psychotherapeuten sind bei Ihrer Krankenkasse zu erfragen. Ihrem behandelnden Onkologen oder auch der erstbehandelnden Akutklinik sind häufig auch entsprechende Adressen im Umfeld bekannt.

  • Psychoonkologische Psychotherapie ist eine zuzahlungsfreie Kassenleistung (für GKV- und Privatversicherte), jedoch antragspflichtig. Der Therapeut erledigt das Notwendige.

  • Manchmal möchten Krebspatienten nicht in Form einer Psychotherapie „behandelt“ werden, sondern suchen lediglich eine – auch längere – Beratung. Dafür gibt es psychosoziale Krebsberatungsstellen in den meisten größeren Städten. Adressen gibt es unter www.krebsinformationsdienst.de

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